Donnerstag, 25. Juni 2009

Das Böse ist rosa

Es war einmal ein anfänglich ziemlich langweiliger Tag im Büro. Eigentlich nicht erwähnenswert und schon gar nicht niederschreibenswert, aber es gehört ja zum guten Ton eines Blogs, dass das Triviale hochstilisiert und rausgeputzt wird. Et voilà, wie der Franzose sagt. Die Stunden ödelten also unanständig langsam an mir vorüber und ich fragte mich, ob ich mich so in zehn Jahren überhaupt an heute erinnern werde, wo doch gar nichts erinnerungswürdiges passiert ist. Was soll ich dann als alter Grufti meinen Enkeln erzählen? "Erzähl uns von früher, Grosspapi! - "Früher wars langweilig" - Oooch." Nicht gerade eine wohlige Vorstellung des Rentnerparadises.
Ich versuchte also gerade auf Teufel komm raus dem heutigen Tag einen tieferen Sinn zu geben, indem ich mir überlegte, wie lange mein Büro einer Zombieattacke standhalten würde, als etwas schlimmeres den Raum betrat: ein wandelndes Klischee.
Das Klischee wurde von mir erst wahrgenommen, als sie ihr rosa Handtaschenmonstrum zielsicher auf dem "Off"-Schalter meines Desktopprinters platzierte. Ich beendete mit zielsicheren Klicks meine "Bejeweled"-Partie und suchte und fand erfolgreich den Blickkontakt. Mein Gegenüber war blond, gegen Ende 30, hatte botoxgetunte pinkfarbene Lippen und war von schlanker Statur, ihres silbergrauen Porsche Carreras nicht ganz unähnlich. Mein geschultes Auge vermittelte zudem meinem Hirnstamm blitzschnell die visuelle Typeneinschätzung einer gelangweilten wohlhabenden Hausfrau auf dem Selbstverwirklichungstrip.
Wohlhabende Hausfrauen auf dem Selbstverwirklichungstrip aus der hiesigen Umgebung haben a) das Bedürfnis in der lokalen Kunstszene Fuss zu fassen, b) einen Shop mit esoterischen Naturheilmitteln oder c) ein eigenes Nagelstudio in der Innenstadt eröffnet. Dies war eindeutig Typ c. Ich begrüsste Typ c mit einen steifen Lächeln und hielt gleichzeitig Ausschau nach einer kleinen kläffenden Bestie, fand diese jedoch glücklicherweise nicht.Frau Typ c) wollte natürlich das volle Programm an Visitenkarten, Briefbögen, Kuverts und Infobroschüren, hatte die Gestaltung aber schon einer renommierten Werbeagentur aufgetragen. Mit deren Design war sie aber nicht zufrieden, weshalb ich trotzdem den ganzen Nachmittag an Fingernagelfotos und rosa gewunden Schriftvergewaltigungen herumwursteln durfte.
Die Moral des dieswöchigen Blogeintrags, liebe Leserin und lieber Leser, ist deshalb von ergreifender Schlichtheit: schätze immer einen gepflegt-langweiligen Tag im Büro, er kann schliesslich jederzeit zu einem nervigen Tag mutieren. Und Zombies sind nichts, worüber man sich fürchten sollte. Nagelstudios aber sind die Hochburg wahren Grauens.

Dienstag, 16. Juni 2009

Mit Blasmusik machts Spass im Krieg

Wir schreiben das Jahre des Herrn 2009, genauer gesagt den 12. Juni. Herr M. B. aus E. bei B. am R. entschliesst sich, nach einer nahrhaften (im auslaugenden Sinn) Arbeitswoche im Büro, diesen Abend trotz recht schön-sommerlichem Wetter gemütlich zuhause zu verbringen. Er weiss, dass er am nächsten Tag früh aus den Federn muss, weil er ja diesen vermaledeiten Weiterbildungskurs besucht. Aber was tut man nicht alles, um nicht schleichend zu verblöden, schliesslich geben sich TV-Programm und Gratiszeitungen schon die grösste Mühe. Herr B. entschliesst sich dazu, nach getaner Hausarbeit, sportlicher Betätigung und Lernstoff büffeln, sich um 20 Uhr einen, sicherlich nicht besonders hochstehenden aber doch potentiell unterhaltsamen Actionfilm mit Jason Statham zu genehmigen. Das Vergnügen währt ganze sieben kurzweilige Minuten, dann wird der Film plötzlich von einer zusätzlichen Tonspur untermahlt. Nach einigen Hundertstelsekunden detektivischer Kombinationsarbeit und einem Blick aus dem Fenster kommt Herr B. zu dem Schluss, dass die Klänge nicht Teil des Films, sondern von den Instrumenten der örtlichen Fasnachtsclique stammen. "Aha", denkt sich Herr B., "hat wohl jemand beim nebenangelegenen Restaurant einen runden Geburtstag und die Clique bringt ihm oder ihr ein Ständchen. Schön." und lauscht drei-vier Stücke lang, bevor er seinen begonnenen Film fortsetzt, mit sich und der Welt zufrieden.

Als nach ca. 40 weiteren Filmminuten aber wieder die, mittlerweile doch ziemlich unerwünschte zusätzliche Tonspur in Dolby Tschingdärässabumm-Qualität erklingt und auch um zwei Uhr morgens der musikalisch-bierselige Lärmpegel nicht gesenkt wird, kommt Herr B. frustriert zu folgenden tiefschürfenden Erkenntnissen:

- Fasnacht ist nicht nur an drei Tagen im Jahr, sondern immer dann, wennes einem in den Sinn kommt.

- Wir haben zwar grad Informationszeitalter, trotzdem ist es anscheinend unmöglich, die Anwohner im Voraus über das Kakophonie-Event zu benachrichtigen. War wohl ein Briefserverabsturz. Oder die Telefonleitungen sind durchgebrannt. Kann ja mal vorkommen.

- Vereine dürfen grundsätzlich Dinge tun, bei denen jede andere Privatparty gleich mit Polizeibesuch, zahlreichen Verhaftungen und Zwangsjacken rechnen muss. So Musik ist ja schliesslich Kultur. Irgendwie.

- Die Mitglieder mit den lautesten Instrumenten bleiben grundsätzlich am längsten, konsumieren Alkohol in direkter Relation zu ihrem Bauchumfang und gröhlen am lautesten herum.

Herr B. sucht daraufhin fieberhaft in seinem Wandschrank nach Massenvernichtungswaffen mit nachhaltiger Wirkung, findet aber nur die üblichen Hemden und Mottenpapiere. Frustriert legt sich Herr B. dann ins Bett und sinkt in einen unruhigen, traumlosen Schlaf. Am nächsten Morgen vorm Spiegel könnte er sich schwören, dass die drei grauen Haare vorne hinten rechts am Tag davor noch nicht da waren.

Spielekiller

Guten Tag Frau Evi Allemann
Ich zitiere aus Ihrer Motion "Verbot von Killerspielen", zu finden unter der folgenden URL (http://www.eviallemann.ch/):
"Ein generelles Verbot solcher Spiele erscheint deshalb angemessen und verhältnismässig, insbesondere da sie über keinen irgendwie schützenswerten kulturell-gesellschaftlichen Gehalt verfügen."
Eine recht ungeheuerliche Behauptung, wie ich finde. Zeugt sie doch von der Tatsache, dass Sie von der Materie, entschuldigen Sie meine Direktheit, nicht die geringste Ahnung haben. Ihnen jetzt hier Titel von "ab 18 Spielen" an den Kopf zu werfen, die sehr wohl kulturell-gesellschaftlichen Wert besitzen, hat wohl keinen Sinn, da diese Ihnen ja vermutlich eh nichts sagen würden (Frage am Rande: wird bei der SP bei allen Themen so..äh...*hust*..."intensiv" recherchiert?) stattdessen frage ich Sie: warum dürfen Theaterstücke, Filme und Bücher (von denen viele grosse Klassiker ziemlich brutale Szenen beinhalten) Gewalt als dramaturgisches, unterhaltendes Mittel einsetzen, Computerspiele aber nicht? Keine Sorge, ich kann Ihnen diese Frage selber beantworten, dieser Brief soll zwar als Denkanstoss dienen, Ihnen aber keinerlei Kopfzerbrechen bereiten. Der Grund ist der, dass Games vom nichtspielenden Teil der Bevölkerung immer noch als Kinderspielzeug und nicht als vollwertiger Kulturzweig angesehen werden. Und Kinderspielzeug muss ja für Kinder sein, also soll der Markt bitteschön nur entsprechend bunte, harmlose und pädagogisch wertvolle Software produzieren. Zudem spielt man Games vor einem Bildschirm (Bildschirme sind böse!) und nicht draussen in der freien lehrreichen Natur (wo die Zecken lauern, aber das ist ja eine ganz andere Hysterie).
Weiter schreiben Sie: "Die von den Herstellern und Händlern definierten Altersrichtlinien (z.B. PEGI) sind keine Alternative zu einem Verbot, da sie leicht unterlaufen werden können." Ja, klar. Neben dem dezenten PEGI-Symbol prangt auf Spielepackungen zwar noch die Altersfreigabelogos der deutschen USK, die so gross sind, das sie kaum noch durch die Eingangstür des Mediamarkts passen. Aber hey, statt diese für Verkäufer und Eltern einfach per Gesetz auch hierzulande verbindlich zu machen, fordern Sie lieber ein totales Verbot von "ab 18"-Spielen. Das kann man gar nicht unterlaufen, höchstens mit dieser neumodernen Technik, diesem "Internet". Aber da weiss eh niemand, wie man es bedient. Schon gar nicht die jüngere Generation.
Kurz: Der Text Ihrer Motion strotzt so von haarsträubender Naivität und Unwissenheit gegenüber den neuen Medien, dass ich eigentlich erwartet habe, den Namen eines Rütlischwurveteranen darunter zu sehen. Sie aber haben Jahrgang 1978, das sind drei kümmerliche Jährchen von meinem Geburtsjahr entfernt. Aber wohl Lichtjahre von meinem Weltbild.

Freundliche Grüsse
Mischa Baehler

Sehr geehrter Herr Erwin Kessler

Ich bezeichne mich als Tierfreund, jedoch nicht als Freund Ihres Vereins, des VGT, was ausgeschrieben, wohl bewusst heimelig holperig, "Verein Gegen Tierfabriken" heisst. Denn ich esse Fleisch. Mehrmals wöchentlich. Manchmal auch mit Sauce.
Netterweise informiert mich Ihre Organisation einmal jährlich ungefragt über den Stand der Dinge in Sachen schweizerischer Nutztierhaltung, wobei jeweils auf beeindruckend stilsichere Art und Weise der schmale Grat zwischen nüchterner Berichterstattung und hetzerischem Sensationsjournalismus überschritten wird. Todesmutig brechen Ihre Stallpaparazzis nicht selten bei Nacht und Nebel in nationale Viehbetriebe ein und machen verschwommene Fotos, als wäre eine Kuh die organische Antwort auf eine fliegende Untertasse. Dabei würde mich viel eher interessieren, wie es denn den beiden Veganerkatzen aus der März-Ausgabe ergangen ist! Seit besagtem Artikel springen mir nämlich verdächtig viele Katzen mit unverkennbar suizidalen Absichten vor die Kühlerhaube, anscheinend haben sich einige Stubentiegerhalter von dem Artikel inspirieren lassen. Sie verstehen sicher, dass ich in Anbetracht dieser Ereignisse besorgt bin, obwohl ich, meinem fahrerischen Können sei Dank, bisher immer kunstvoll ausweichen konnte. Trotzdem bin ich für jedes mir zugestellte Exemplar der "VGT-Nachrichten" dankbar, eine ähnlich vereinfachte und klare Sicht der Dinge wird einem sonst nur in Zeitschriften wie dem "Wachturm" vermittelt.
Wie dem auch sei, ich hatte Ihren Verein schon fast vergessen, als ich heute, während der Autofahrt ins Büro, Ihren aktuellen VGT-Werbespot auf "Radio Basel 1"in den Gehörgang gelöffelt bekam. Darin wurde ich mal wieder aufgeklärt, dass Fleischfresser böse sind und unser Bundesrat unfähig. Die hiesige Regierung ist ja, genau wie die Juden, ein beliebtes Feindbild von Ihnen, Herr Kessler. Auch das Schweizer Fernsehen kommt auf Ihrer Website nie gut weg, jedoch nicht wegen des schlechten Programms, sondern wegen angeblicher Botox-Behandlungen der Moderatorenriege. Herr Kessler, wenn die getünchten Gesichtsfalten von Frau Katja Stauber das einzige Problem unseres Fernsehsenders wären, würde ich der Billag die doppelten Gebühren bezahlen! Weiter informierte mich die betont seriös herumnäselnde Stimme, dass die einzige Lösung gegen Tierfabriken wäre, weniger Fleisch zu essen - die Lösung liege im Vegetarismus! An dieser Stelle verwirrten Sie mich nun vollends, Herr Kessler, weshalb ich der gerade auf die Strasse gesprungenen Katze nur noch in letzter Sekunde ausweichen konnte. Schliesslich ist "weniger Fleisch" nicht gleich "kein Fleisch", was das erfolgreiche Praktizieren von Vegetarismus ja voraussetzt. Während die schläferige Stimme also die letzten Propagandasätze in den Äther hustete, fasste ich mir ans Herz und kam zu folgendem Schluss: Wenn sich Vegetarier so anhören wie in Ihrem Werbespot, dann will ich weiterhin mit Freuden mehrmals wöchentlich meine Fleischration verpeisen. Mit Sauce.
Herzlichst,
Ihr Mischa Baehler

Rebel without a cause

Es gibt Tage, da wird einem schlagartig bewusst, dass die letzten zehn Jahre schneller vorbeigegangen sind, als die zehn Jahre davor. Wo die Tragik der eigenen Vergänglichkeit, Salzsäure gleich, ins langsam verwesende Fleisch des Körpers tröpfelt und die Narben der Lebenserfahrung hinterlässt. Tage, wo man nicht mehr durch den Eingang ins Bällchenparadies der IKEA passt. Tage, an denen mehr Viagra-Spam Mails als sonst die Mailbox überschwemmen. Wo man an Schülern und Schülerinnen vorbeigeht und sich fragt, ob diese einen jetzt als alten erwachsenen Knacker sehen. Tage, wo die grauen Haare im Spiegel irgendwie besser sichtbar sind als sonst. An solchen Tagen geh ich immer zum Friseur. Heute ist so ein Tag.
Aber etwas ist heute...ANDERS.*
Ich brauchte heute morgen nur kurz auf dem Sozialnetzwerk meiner Wahl vorbeizustolpersurfen, schon fühlte ich mich schlagartig wieder jung. Oder zu jung. Denn: SP-Frau Susanne Leutenegger-Oberholzer hat ihr eigenes Facebook-Profil. Frau Oberholzer, nennen wir sie doch einfach kurz und knackig "Frau SLO", ist nicht selten vor einer Fernsehkamera anzutreffen, wo sie immer eindrücklich beweisst, dass sie das "ch" jeweils sehr weich und zärtlich vom Gaumen ausgehend aussprechen kann, und nicht so hart und schweizerisch-grob "CHchch" aus dem Rachenbereich. Halt so, wie man es damals in der Primarschule gelernt hat, die ja bald nicht mehr Primar sondern Basisstufe heisst. Harmosmyass.
Wie auch immer, ich fühlte mich schlagartig zu jung. Schliesslich ist das Internet und sein narzistischer Bruder Web 2.0, ein Medium meiner Generation. Wenn jetzt faltige Politiker und -Innen hier herumschlurfen, fühle ich mich irgendwie uncool und altersfleckig. Sprich, ich muss mir nun etwas suchen, was gesellschaftlich noch nicht aktzeptiert ist. Paintball zum Beispiel. Oder Nacktwandern. Wenn das mit der Verbotspolitik so weitergeht, fange ich auch mit Rauchen an. Mal sehen. Mein Rebellenhormon ist jedenfalls aktiviert. War halt doch nicht so übel, die Pubertät.
*ein inflationär gebrauchter Satz des Lieblingsautors (Asche über mein Haupt) meiner späteren Kindheit, Wolfgang Hohlbein. Aber wenn er schon in seinen Büchern teilweise ganze Seiten von sich selber kopiert, darf ich mir sicher ein Sätzchen von ihm ausleihen. Quasi als Hommage.

10 things I like about almost anything

Mist, nun bin ich wegen meiner Ansage letzte Woche unter Themenzwang. Nie was gutes. Dabei muss ich jetzt doch gute Dinge aufzählen. 10 Stück. Ach, ich hasse Aufzählungen. Aber ich versuchs trotzdem...
1. Ich mag, ach was, ich LIEBE meinen neuen Staubsauger. Der saugt, was das Zeug hält oder eben nicht. Als hätte er tief in sich drin ein allesverschlingendes Schwarzes Loch. Dabei hab ich noch nicht einmal die maximale Saugkraft eingestellt...*schauder* Wär doch ein cooles Szenario für einen Horrorfilm, ein vom bösen Geist Adolf Hitlers besessener Staubsauger, der von einem Schwarzen Loch angetrieben wird, Titel: "Nazi-Vacuum-Cleaner From Outer Space". Aber ich fasele rum, also weiter zu...
2. Ich mag Feierabende, Wochenenden und Ferien. Banal, ich weiss.
3. Ich liebe Tiere. Vor allem Hunde. Schlicht faszinierend, wie ein mieser Tag im Büro schlagartig weniger mies aussieht, wenn man abends von unverhohlen freudig-wedelnden Fellbündel begrüsst wird. Ergreifend, wie Katzen im direkten Vergleich betont desinteressiert um die Beine streichen, einige Schritte wegtappsen, um sich dann gleich wieder um 180° zu drehen und die Prozedur zu wiederholen. Deprimierend, wenn man auf den Gedanken kommt, das könnte nur an der Rolle als potentieller Futterlieferant liegen.
4. Ich mag die Tatsache, dass der neue "Star Trek" Film von einem bekennenden "Star Wars"-Fan stammt und all das über Bord geworfen hat, was ich an den alten Filmen und Serien so grausam langweilig fand. Und dabei mehr Erfolg hat als jeder "Trek"-Film zuvor. Gene Roddenberry mag sich in seinem Weltraumgrab umdrehen, Alt-Trekkies über die guten alten Zeiten jammern, aber ich hab meinen Spass. Und darauf kommt es ja an. Jedenfalls für mich, ich Egoschwein.
5. Sommer ist einfach herrlich, muss jetzt mal gesagt sein. Viel Sonne, warme Temperaturen, die Umgebung leuchtet regelrecht vor Lebensfreude. Und die Leute haben weniger an. Was nicht in jedem Fall erfreulich ist, aber egal.
6. Ich bin kein Buddhist, aber ich mag den Dalai Lama. Wären alle Religionsführer so wie er, die Welt wäre ein besserer Ort.
7. Bier ist ok, "Eve" ist besser. Warum wir Männer immer dieselben Pilslagerhopfenmalzbittergedöhns-Mischungen bechern müssen, während das schönere Geschlecht etwas mit tatsächlichen Geschmacksrichtungen konsumieren darf, ist mir schleierhaft. Machen wir uns stark für eine Revolution im Gerstensaftmarkt! Gebt uns "ADAM"!
8. Ich finde es schön, dass es noch Orte auf der Welt gibt, wo wirklich jeder und jede jeder und jede kennt. Hat was beruhigendes. Hauptsache, ich wohne nicht in dort. Gut auch, wenn sie möglichst weit weg sind, die Orte. Aber schön, dass es sie noch gibt.
9. Es lebe das Internet. Es ist voller Schund und Schmuddelbildchen, aber insgesamt hat es uns alle ein klein wenig näher zusammen gebracht. Dann hat man gemerkt, dass man gar nicht jedem Menschen näher sein will. Aber immerhin sind wir jetzt alle um eine Erkenntnis reicher.
10. Und zuletzt: ein Hoch auf die Jeans! Sehen immer gut aus und fühlen sich gut an, und, verschiedene Sorten und Schnitte sei Dank, bei jeder und jedem. In einer Best-of Liste der grössten Erfindungen der Menschheit wäre die Jeans unter den ersten 20. Mindestens. Ich prophezeie, dass in 100 Jahren immer noch Jeans getragen werden. Drum ist es meiner Meinung nach auch frustrierend, heute noch Mode designen zu wollen, an die schlichte Eleganz einer guten Jeans kommt nichts heran. You don't meddle with perfection.
So, fertig. War doch eine richtig öde Angelegenheit. Drum wird nächste Woche wieder gemotzt, was das Zeug hält, versprochen.

10 things I hate about almost everything

Leute fragen mich, "mib", fragen sie, "warum schreibst du nicht mal über etwas schönes, was dir gefällt?". Diesen Leuten, die das natürlich nie gefragt haben und auch nur dazu existieren, hier eine passende Einleitung hinzuklotzen - also als sogenanntes Blogvehikel fungieren -, kontere ich hiermit trotzig mit einer weiteren polemisch-motzigen 10 Punkte Aufzählung.
10 Dinge, die ich heutzutage nicht mehr sehen, hören oder fühlen will:
1. Werbespots, bei denen schlanke Frauenbäuche und Näbel (gibts diese Mehrzahl?) in sexy Frontalansicht gezeigt werden, um dann als ästhetischer Hintergrund für die grafische Darstellung von Darmkrämpfen herhalten zu müssen. Ich bekomme Augendurchfall davon.
2. Bleiben wir bei der Werbung: Überhaupt diese ganzen Gesundheitsjoghurtlifestylemittelchen, welche in Miniaturpuppenhausfläschchen abgefüllt werden und dank einer Überdosis Bakterien meine Innereienflorafauna irgendwie beleben, beruhigen oder abtöten sollen. Je nach dem.
3. Überlange, auf ihre Art fast perverse Wortkonstruktionen wie in Punkt 2.
4. Die oft in Nachrichten breitgetretene Wortfolge "Nach neuesten Erkenntnissen...". "Neu" bedeutet noch lange nicht "richtig".
5. Die Gratiszeitung "Baslerstab" ist im Wachkoma, ".ch" gibts nicht mehr..warum nervt mich dann der "Bibo" weiterhin mit altherrenmoralischen Editorials und spezifizierten Gemeindeseiten, bei denen 80% der gezeigten Inserate und Veranstaltungen dieselben sind?
6. Schlechte Fotomanipulation wie in der aktuellen "Regio-Aktuell" Ausgabe. Seit wann grasen in Laufen Ziegen in freier Natur - und schweben dabei über dem Boden, ohne einen Schatten zu werfen?
7. Politiker, die auf gesellschaftliche und soziale Probleme nur eine Lösung kennen: Verbote.
8. Werbung für "familia"-Müesli. Seit die Anfangs 90er Jahre mein Lieblingsschokomüesli eingestellt haben, ist die Firma für mich das freimarktwirtschaftliche Aequivalent des Bermudadreiecks.
9. Leute, die noch Datenaustausch mit 3,5 Zoll Disketten durchführen, mit der Begründung, darauf wären Bilddaten, die zu gross sind für den E-Mail-Versand. Ja, klar.
10. Polemisch-motzige 10 Punkte Aufzählungen, die über alles und jeden herziehen. Drum gibts nächstes Mal eine 10 Punkte Aufzählung über all die Dinge, die ich schön finde und gerne mag und von denen ich mehr sehen will. Versprochen.