Mittwoch, 3. März 2010

Bürgerpflicht

Ein kurzer Text ohne jegliche Moral, tieferen Sinn oder bewusstseinserweiternde Message, in dem der Autor wild vor sich hinfabuliert und sich in leidenschaftlicher Art und Weise nicht zufrieden gibt mit dem Status quo. In anderen Worten: dasselbe wie immer, aber in anderer Verpackung.

Eigentlich wollte ich heute etwas zum Thema Steuererklärung schreiben, was für eine Zumutung das ist, jedes Jahr derselbe idiotische Papierkram. Ueberhaupt sollte mal jemand ausrechnen (jemand, nicht ich), wieviel Zeit im Leben für so administrativen Beamtenbockmist draufgeht, von der Wiege bis zur Bahre, Formulare Formulare, wie der Volksmund so schön sagt, wenn ihm nicht grad mit selbigen das Maul gestopft wird.

Doch dann hab ich meinen eigenen Text angegähnt, was nie ein gutes Zeichen ist. Denn, so eine Steuererklärung, das gehört so ziemlich zum einschläferndsten, was dem heute ja eh schon verweichlichten Jäger und Sammler - Mann im gefahrbereinigten Leben so begegnen kann. Väterchen Staat gibt sich ja auch wirklich alle Mühe, die Existenz seiner Bürger so langweilig wie möglich zu machen. Für fast alles gibt es ein Gesetz, eine Regelung oder gleich ein Verbot (mit einer aktuellen Tendenz in letztgenannte Richtung) . Nun gut, kann man sich jetzt sagen, das ist ja alles nur zu meinem Besten. Das Problem ist nur, sobald jemand für mich "nur das Beste" will, dann klingt das in meinem paranoid angehauchten Oberstübchen immer so in etwa wie "wir verarschen dich nach Strich und Faden, aber mach dir keine Gedanken darüber, ist besser so". Vielleicht WILL ich gar nicht nur das Beste für mich, lieber Staat. Vielleicht gibt mir beispielsweise die Vorstellung, nicht krankenversichert zu sein, frühmorgens genau den richtigen Kick Adrenalin, um in die Gänge zu kommen. Sprich, vielleicht brauche ich eine Prise Risiko im Alltag, vielleicht...

Ja, genau, vielleicht sollte man das Steuerzeug halt einfach ein wenig aufpeppen. Wie wärs beispielsweise mit einem Gutschein für einen Bundeshausbesuch für jede rechtzeitig abgeschickte Steuererklärung? Eventuell sogar mit Sitzung und Apéro? Auch möglich wäre eine Teilnahme am Bundesratsreisli! Oder wir lassen uns gleich von US-Präsident Obama inspirieren, der mit seinem kanadischen Amtskollegen Wetten abschliesst (leider gings da nur um eine banale Kiste Bier und nicht um etwas in der Art von "der Verlierer übernimmt des Gewinners Gesundheitssystem" oder so). Bei uns müsste man aber schon einen etwas höheren Einsatz liefern, kompletter Steuererlass für ein Jahr zum Beispiel. Dazu müsste man irgendeine aktuelle Frage beantworten wie "Schaffen wir es noch dieses Jahr, Max Göldi aus Libyen rauszuholen?"

Gut, das wäre wiederum zu einfach und der Staatsbankrott unausweichlich. Dann müssten wir allerdings auch keine Steuererklärungen mehr ausfüllen.

Mittwoch, 24. Februar 2010

Samenraub

ine Warnung vorweg, liebe Leserin und lieber Leser, heute geht es hier um Sex. "Endlich!" höre ich an dieser Stelle einige rufen, während sich bei anderen das Gesicht in einem schüchternen Scharlachrot färbt und sie hilfesuchend nach links und rechts schauen, ob sie auch niemand beim Lesen beobachtet. Trotzdem, es führt kein Weg vorbei, das Thema muss jetzt mal, pardon, aus dem Sack und auf den Tisch.

Gerade eben ist nämlich wieder der Lieferwagen von Swiss Genetics vor meinem Bürofenster durchgebraust. Der Name klingt nach High-Tech Labors, illegalen Experimenten und Michael Crichton, aber wie so oft im Leben ist die Wirklichkeit weitaus banaler: Swiss Genetics handelt mit Rinder- und anderem Viehsperma. Inklusive abzapfen und einpflanzen. Da gegenüber meiner Arbeitszelle das Tor der Besamungsstation meistens weit offen steht, erhasche ich auch oft einen ungewollten Blick auf eben diesen Dienstleistungsvorgang, auch wenn ich eigentlich nur mal wieder etwas von der Sonne sehen will. Ich erspare mir die ferkeligen Details (ich Unschuldslamm hab zuerst noch gedacht, der lederne Bock in der Mitte der Halle wär fürs Rodeoreiten nach Feierabend), deshalb nur das nötigste: Männlein und Weiblein bekommen sich dank Swiss Genetics nie zu Gesicht.

Da fragt man sich natürlich, was das für Menschen bei Swiss Genetics sind und ob die Nachts ruhig schlafen können. Wie sooft beim Thema Fortpflanzung gibt Freund Internet auch hier Auskunft. So heisst es auf der offiziellen Firmenwebsite:

"Wir stellen die hohe Qualität unserer Produkte und Dienstleistungen mit einem umfassenden Qualitätsmanagement sicher. Als Marktleader bieten wir in der ganzen Schweiz eine professionelle Samenübertragung und einen erstklassigen Service. Beim Umgang mit den Tieren beachten wir hohe ethische Grundsätze."

Schön, man bringt die Viecher zwar um den ganzen Spass, aber immerhin wird die Sache unter hohen ethischen Grundsätzen durchgeführt. Da kann Rudi der Stier sich ja glücklich schätzen. Aber wer sowas wie"professionelle Samenübertragung" schreibt, vögelt wohl auch mit der Stoppuhr am Handgelenk. Egal, ich habe mich ja gefragt, was das denn für Menschen sind, also steht da weiter geschroben:

"Motivierte und innovative Mitarbeitende sind unser wichtigstes Kapital. Wir bieten optimale Arbeitsbedingungen und pflegen eine teamorientierte, verantwortungsbewusste Unternehmenskultur. Jeder trägt mit einer stetigen Verbesserung seiner individuellen Leistung und derjenigen seines Teams zum langfristigen Erfolg unserer Kunden und Swissgenetics bei."

Man kann sich fragen, ob der Texter da nicht zumindest ein wenig pubertär vor sich hingekichert hat beim Eintippen. Anyway: ja, ich weiss, die Typen verdienen damit gutes Geld und ernähren damit ihre Familie, die Wirtschaft und die Gesellschaft freut sich. Ja, mit diesem Vorgehen werden wahrscheinlich laufend zig Erbkrankheiten ausgerottet und den Tieren wird das ganze mühsame Rumbrunften erspart. Trotzdem fragt sich der Tierfreund in mir leise: warum kann man nicht einfach der Natur ihren Lauf lassen?

Gäbe mir jedenfalls ein besseres Gefühl beim Essen eines saftigen Steaks.

Quelle:www.swissgenetics.ch

Mittwoch, 17. Februar 2010

Liebe geheimnisvolle Verehrerin

Ich schreibe Dir, weil ich endlich einen Schlussstrich unter die Sache ziehen will. Seit Jahren schon stellst du mir zu dieser Jahreszeit nach, wirfst mir auf der Strasse neckisch-verführerische Blicke zu, lockst mich mit Deinem Gesang. Ich kann nicht länger dabei zusehen, wie Du Dich abmühst, denn: es bricht mir das Herz, ich habe schlaflose Nächte, ich will Dich nicht länger leiden sehen. Drum mache ich es möglichst kurz: es ist aus zwischen uns. Vorbei und verbyyy.

Ja, ich gebe zu, früher war vieles anders. Wir haben uns kennengelernt, als ich noch ein Kind war, man könnte fast sagen, du warst eine Sandkastenliebe. Damals hab ich Dich noch gerne gesehen. Meine kindliche Wahrnehmung war halt offen für alles bunte, fröhliche, sowie für die Süssigkeiten, welche Du mir immer mitgebracht hast. Und für Deine Musik, die eine willkommene Abwechslung war von der biederen Klassik, welche zuhause gespielt wurde. Andererseits war es auch schwer, Dich zu ignorieren, selbst in der Schule wurde nur über Dich gesprochen. Kurz, ich war in Dich verliebt.

Nun heisst es zwar, alte Liebe rostet nicht, was in einigen Fällen zutreffen mag, aber, und hier musst Du jetzt stark sein, nicht in unserem Fall. Denn mit der Zeit wurde mir Dein Treiben zu bunt, Deine Süssigkeiten wurden überzuckert und auf einmal musste ich dafür bezahlen. Deine Musik und Dein Gesang wurden von lustig zu lärmig, von der Melodie zur Dissonanz, von der willkommenen Abwechslung zur penetranten Belästigung bis weit in die Nacht hinein. Es hilft nichts, das Du Dir jedes Jahr ein neues Gesicht verpassen lässt, Dich dem aktuellen Zeitgeschehen anbiederst um zu zeigen, hey, ich bin noch voll dabei. Es kommt bei mir nicht an, denn Du hast noch nie meiner Vorstellung von Schönheit entsprochen. Heute wirkst Du auf mich antiquiert, hast nicht die Eleganz deiner venezianischen Cousine, Deine Fröhlichkeit wirkt bemüht oder gar aufgesetzt und aus Deinem immer schon etwas wunderlichen Atem riecht der Alkohol.

Ich weiss, was Du jetzt sagen wirst: Können wir nicht wenigstens Freunde bleiben? Nein. Zu einem früheren Zeitpunkt wäre das vielleicht noch möglich gewesen. Aber jetzt nicht mehr. Drum verabschiede ich mich hiermit von Dir und versuche, all die schönen gemeinsamen Erlebnisse, für die ich nach wie vor dankbar bin, in guter Erinnerung zu behalten.

Adie, Frä Fasnacht. Alles Gute für die Zukunft. Aber lass mich endlich in Ruhe.

Dein Mischa

Mittwoch, 3. Februar 2010

Radio GaGa

Es war der grosse Hahnenkampf der letzten Woche: Der einstige Radiopirat, Sat1-Chef und heutiger Inhaber von Radio Energy, Roger Schawinski, liegt sich mit dem Bündner Medienmogul Hanspeter Lebrument in den Haaren, die einen gefärbt und chruselig, die anderen mausgrau, respektive kahl. Grund: Schawinskys Energy reichte anscheinend nicht aus, die Leute vom Bundesverwaltungsgericht zu überzeugen, Lebrument bekam den Zuschlag. Keine Konzessionen mehr, keine UKW-Frequenz mehr. Radio Energy droht die Schliessung.

Nun könnte man sich fürchterlich drüber aufregen, lamentieren über die rückgängige Vielfalt in der Schweizer Radiowelt. Ich ringe mich zu einem Schulterzucken durch, weil, ganz ehrlich: Radio saugt.

Oder besser: Radio würde saugen, wäre es nicht schon längst tot. Ehrlich gesagt verstehe
ich nicht, wie die Billag allen Ernstes für sowas noch Gebühren verlangen kann. Radio, der einstige Pionier in Sachen Massenmedium hat es bis heute nicht geschafft, sich neben Konkurrenz wie TV und Internet klar zu positionieren. Die engen Grenzen des Mediums auszunutzen, ja, daraus eine Tugend zu machen. Und wer jetzt hier abwinkt und denkt, ich würde melodramatisieren, der schalte jetzt gleich mal Radio Basilisk ein. So tönt s'Läbe.

Kommen wir gleich zur Kerndisziplin des Radios, der Musik: Ja, Gnarls Barkley's Crazy war ja vielleicht ganz nett im 2004. Aber es gibt keinen Grund, ihn auch sechs Jahre später noch dreimal am Tag durch den Äther zu jagen. Nein, "Crying at the discotheque" war schon vor 8 Jahren nerviger Mist. Trotzdem klatschen ihn die Musikredaktionen auch heute noch regelmässig auf ihre Playlist. Warum? Eine gute Frage. Hier ist eine weitere: warum bietet meine (ehrlich bezahlte) mp3-Sammlung mehr Abwechslung und deckt ein breiteres Spektrum der Musiklandschaft ab als die CD-Sammlung hiesiger Radiosender?
Klar, die aktuelle Top-10 muss berücksichtigt werden, keine Frage. Ich rede hier aber vom reichhaltigen musikalischen Fundus der letzten 50 Jahre, der die Zeit dazwischen füllen könnte. Man kann mir nicht erzählen, das die breite Masse heute immer noch begeistert aufkreischt, wenn Robbie Williams und Nicole Kidman "Something stupid" aus den Radioboxen trällern. Ich kann den Song mittlerweile auswendig. Echt.

Nächster Punkt: Newssendungen. Praktisch die einzige Fahne, die das Radio noch einigermassen hochhalten kann. Wohlgemerkt verstehe ich unter Newssendungen nicht das selbstverliebte Getalke eines Christian Heeb auf "Radio Basel". Sondern ganz normale Nachrichten, gesendet jeweils zur vollen Stunde. Natürlich variert auch hier die Qualität von Sender zu Sender, so versucht beispielsweise DRS1 regelmässig, bei seinen Auslands-reportagen ein paar Nebengeräusche einzufangen oder aus Afrika noch jemanden etwas Suaheli ins Mikro nuscheln zu lassen. Wirkt zwar ungemein authentisch, verstehen tue ichs trotzdem nicht, das heisst vielleicht würde ich es verstehen, wenn der Simultanübersetzer nicht gleichzeitig quasseln und so das Audiochaos perfekt machen würde.

Aber zurück in die Region, denn wir kommen..zum Sport. Also zum Fussball, was wiederum früher oder später zum FCB führt. Basel, nicht Barcelona. Radio Basilisk lobt sich in seinen Spots selber dafür, an jedem Spiel einen Reporter vor Ort zu haben, der live aus dem Stadio berichtet, die vielgerühmten "Emotionen" einfängt und den Zuhörern übermittelt. In der Praxis sieht das dann so aus: 1 Minute Berichterstattung, gefolgt von "Musik" mit "Ha nur wellä wüssä ob ich dich cha küssääää", dann wiederum ein-zwei Minütchen Fussball und dann schnell wieder irgendeine Popschnulze, damit ja niemand den Sender wechselt. Das ist nicht Fussball live, das ist Fussball light. Seit nicht mehr jedes grössere Match im öffentlichen Fernsehen gezeigt wird (vielen Dank, Teleclub) bleibt Radio Basilisk die einzige Möglichkeit für nicht Stadionbesucher, dem FCB beim Verlieren beizuwohnen. Frage an die Basilisken: denkt ihr tatsächlich, jemand würde am Sonntagnachmittag zwischen 16 und 18 Uhr euren Sender einschalten um Musik zu hören, die unterbrochen wird von ein wenig Fussball? Warum bringt ihr nicht Fussball, der von rein gar nichts unterbrochen wird?

Vermutlich ist die Antwort ganz einfach: wischi-waschi. Die Radiosender von heute sind dermassen darum bemüht, es jedem Recht zu machen, das sie alle gleich klingen. Mit Ausnahme von Radio X, wo man nicht so wirklich weiss, ob sie es überhaupt jemandem Recht machen wollen, aber immerhin bieten die dort was abseits vom mainstreamigsten Mainstream. Radio X hat ein Profil. Nochmals langsam zum mitlesen: P-R-O-F-I-L. Legt euch sowas zu, macht interessante Reportagen und Sendungen, bringt Abwechslung in euer Musikprogramm. Vielleicht werdet ihr dann zwei-drei Hörer weniger haben. Der Rest wird euch aber dafür ewig treu sein.

Donnerstag, 28. Januar 2010

Einmal waschen, bitte.

Es gibt Menschen, die haben in Bezug auf ihr Äusseres einfach aufgegeben. Sie sind eigentlich nicht hässlich und beleibe nicht arm, aber sie scheinen auf Kriegsfuss mit Fremdwörtern wie "Hygiene", "Haarbürste" oder "Deodorant" zu stehen. Vielleicht wollte mir die Kundin mittleren Alters aber auch einfach etwas vermitteln, eine Art "World-Weariness", eine "been there, done that"-Attitüde. Sieh her, du verweichlichter Schönwetter-Bürogummi, schau mich an. Ich trage diesen muffligen Faserpelz schon seit 20 Jahren bei der Arbeit auf dem Feld, mein unterm ausgewetzten Poloshirt hervortretender Hängebauch hatte schon mehrere Untermieter und mein Damenbart symbolisiert Freiheit. Ich bewege mich in der freien Natur, bin mit Fuchs und Hase auf Du und Du, habe meine körperlichen Ausdünstungen akzeptiert und meine Klamotten werden ausgetragen bis sie entweder versteinert sind, zu Staub zerfallen oder beides. Was dagegen, du neumodische Socke der nachrückenden Generation?

Nein, eigentlich nicht, aber ich mach trotzdem mal das Fenster auf. Zum Lüften.

Qualen eines Gamers

Was soll das, BioWare? Ihr veröffentlicht "Mass Effect 2" am 28. Januar? Ich bin immer noch seit Weihnachten damit beschäftigt, in Venedig von hohen Gebäuden in brav-wartende Heuhaufen zu springen, in Boletaria Dämonenseelen zu sammeln, Koopas und Goombas auf den unförmigen Kopf zu springen und mit dem vermeintlich letzten Lombax den Weltraum ins Vakuum zu pusten. Unter anderem. Geez, ich hab sogar noch an eurem letzten Titel vom November zu kauen, meine "Dragon Age" Fortschritte beschränken sich auf einige gemeuchelte Untote, Werwölfe und untote Werwölfe sowie schüchterne Flirtereien mit Evil-Hippiehexe Morrigan. BioWare, ihr seit zu früh! Zum Vergleich: das ist in etwa so, wie wenn an einem Polterabend die Stripperinnen schon um vier Uhr nachmittags vorbeikommen.

Damit soll wohl das Geschäftsjahr vom Publisher Electronic Arts gerettet werden. Ohne mich, EA: mein Geld bekommt ihr, aber noch nicht diesen Monat. Sondern im März, wo kein grosses Spiel rauskommt. Mit Ausnahme von "God of War 3", "Final Fantasy 13" und "Heavy Rain".

Ach, verdammt.

Mittwoch, 27. Januar 2010

Wähe mir!

Alle Jahre sucht sie uns wieder heim, das flache, spaltige Bretzelbrötchen mit dem bitteren Nachgeschmack: die Fastenwähe. In Tat und Wahrheit kaue ich grad in diesem Moment auf einer rum und ärgere mich über jeden zerbissenen Kümmikern. Und über meine eigene Vergesslichkeit. Die gemeine Fastenwähe hat nämlich die spezielle und überaus unangenehme Eigenschaft, den menschlichen Erinnerungsprozess ausser Kraft zu setzen. Ende April, wenn auch die letzte Wähe vertrocknet ist, ist man froh, keine mehr antreffen zu müssen für die nächsten Monate. Im Januar hat man ihren Geschmack dank zig verputzter Brunslis, Mailänderlis und Königskuchen dann komplett vergessen, ist sogar froh, endlich mal wieder eine Alternative zu all den Gipfelis und Wegglis zu haben. Bis man dann reinbeisst und feststellt, dass das Kümizeug ja ziemlich scheisse schmeckt. Soll einem wohl daran erinnern, das Fasten keinen Spass macht.

Zeit, der Sache auf moderne, aufgeschlossene und offene Art auf den Grund zu gehen, sprich, die Fastenwähe zu googeln. Nach einem Klick in Wikipedia bringe ich in Erfahrung, das die Kümmischnitte eine echte Basler Spezialität ist. Unter uns: ich mag Basel ja, aber kulinarisch haben wir uns nie wirklich verstanden, egal ob Mehlsuppe, Läckerli oder eben Kümmibrot. Für einige wäre das Grund genug, der Rheinstadt den Rücken zu kehren, um an der Limmat Geschnetzeltes ins sich rein zu stopfen. Für einige, aber nicht für mich. Ich biete viel mehr eine konstruktive Lösung an in Form eines Rezepts. Man nehme:

Fastenwähe à la mib

1 Fastenwähe
1 Messer, Kümmelbelag vorsichtig abkratzen
0 mal abschrecken, dämpfen und pochieren
1 Glas Nutella, grossflächig auf Fastenwähe verteilen.

Wenn die Schicht dick genug ist, kann man auch über die Löcher bestreichen
zwecks maximaler Flächenausnutzung.

Ich wünsche guten Appetit.

Mittwoch, 6. Januar 2010

Ach DA gehen all die Billag-Gelder hin!

Mir ist ja bewusst, dass heuer die ersten Januarwoche nicht einfach ist für all die TV-Newssendungen: Berlusconis Mafiosifresse ist geradegerückt, mit Pandemiemeldungen lockt man keine Sau mehr hinterm Ofen hervor, und selbst die Finanzkrise scheint zumindest halbwegs überwunden. Was soll man denn da bitte noch ausschlachten berichten?

Wie das SF in solchen Situationen Sendezeit füllt, wurde dem leidgeprüften Zuschauer gestern Dienstag in "Schweiz Aktuell" vor Augen geführt. Thema: Das doppelte Lawinenunglück im Berner Oberland von letztem Sonntag. Eigentlich wurde darüber schon alles berichtet, aber "Schweiz Aktuell" will mehr, schaut hinter die Kulissen. Berichtet so dann aus dem Hotel, wo die verstorbenen Lawinenopfer nächtigten. Zeigt in bedeutungsschwangeren Kameraeinstellungen den leeren Speisesaal (dort drüben vorne rechts haben sie immer gessessen und ihre Touren geplant!), die nun freien Betten (fast riecht man so etwas wie Leichengeruch!) und zeigt als Tränendrüsenzückerchen noch den Wirt, der seine Gäste "nie vergessen wird (seht ihr, wie seine Augen feucht glänzen? Noch nicht? Kein Problem, wir zoomen ran!).

Ich würgte tapfer meine ab so viel katastrophengeiler Berichterstattung aufsteigenden Magensäfte wieder herunter, doch bei SF wurde man gerade erst warm. Die nächste...*hust*..."Reportage" schickte ein Reporterteam als Begleitung einer Skitour im Krisengebiet Diemtigtal "bei Spiez". Würde man das leutschenbachsche Geografieverständnis überall anwenden, könnte man auch sagen Zürich bei Basel. Jedenfalls wurden in kurz-knackigen Interviewfragen die Tourenteilnehmer vorgestellt, so etwa eine Kinderärztin aus Bern, die Kalendersprüche wie "auch beim Autofahren kann man verunfallen" vom Stapel lässt, um dann nach erfolgtem Aufstieg unter Aufsicht des Tourenleiters den Tiefschneehang herunterzucarven und mich ratlos im Fernsehsessel zurücklässt. Hätte mich das nun unterhalten, informieren, gar aufklären sollen? Hat das Reporterteam gehofft, noch irgendwo eine erstarrte Hand aus dem Schnee ragen zu sehen? Oder hatte man gerade einfach Lust auf einen sonnigen lockeren Arbeitstag im Schnee? Waren sie etwa neidisch auf die Moderatorin des Gesundheitsmagazins "Puls", die für die neuste Sendung unbedingt aus Dubai berichten musste? Fragen über Fragen, aber es kann mir ja eigentlich egal sein. Ist ja nicht so, dass solche Exkursionen mit meinen Billag-Gebühren finanziert werden.

Ich zappte weiter zum Lokalsender TeleBasel und wärmte mich mit "7vor7" bei einem Bericht über den immer noch frei herumzünselnden Riehener Brandstifter auf. Anscheinend weiss man immer noch recht wenig bis gar nichts über ihn, weshalb, um das ganze auf 3 Minuten auszudehnen, ein Psychologe vor die Kamera gezerrt wird. Dieser benutzt für einen offensichtlich gebildeten Mann (er steht nicht nur vor einem Gestell voller Bücher, er blättert sogar gerade in einem herum!) beunruhigend häufig das Wort "vielleicht": "Vielleicht" wolle der Täter geschnappt werden, "vielleicht" geben ihm die Brandstiftungen eine Art Machtgefühl, "vielleicht" sei da auch "was sexuelles". Aha.

"Vielleicht" sollte ich beim Abendessen nicht mehr fernsehen.

Mittwoch, 23. Dezember 2009

Weihnachtsblog

Nach monatelanger Abwesenheit hacke ich mal wieder was in die Tastatur, obwohl ich keinerlei Nachrichten bekommen habe à la "wo bleibt denn dein nächster Blogeintrag?" Anscheinend vermisst mich keine Sau. Sowas löst bei mir akute Trotzreaktionen aus. Und: klar hätte ich was zu Miranetten und zu den neuesten Stammhirnbeleidigungen der Medienwelt schreiben können, aber ersteres wird momentan immer noch zu Tode diskutiert und letzteres wird auch im neuen Jahr noch genügend vorhanden sein, drum gibts hier und jetzt anlässlich der anstehenden Ferien was erfreuliches und gedankenzersträuendes. Nämlich saucoole Links. Ansehen bzw. lesen bzw. hören. Jetzt.

Video: The known Universe. Wunderschön. Puts things into perspective.
http://www.youtube.com/watch?v=17jymDn0W6U

Video: Star Wars: Episode 1 bashing nach über zehn Jahren? Joa, wenns so unterhaltsam ist wie hier. Zwar gehe ich nicht in jedem Punkt einig, aber meistens triffts doch ziemlich den Nagel auf den Kopf.
http://www.slashfilm.com/2009/12/17/watch-this-70-minute-video-review-of-star-wars-the-phantom-menace/

Video: Papierkunstwerbung. Oder so.
http://www.youtube.com/watch?v=F_jyXJTlrH0

Text: If you're male and like twilight, you're gay.
http://theoatmeal.com/story/twilight

Site: allerhand schlimme Dinge. In Bildern.
http://worstthing.org/

Bilder: Videogame-Diorama:
http://www.thetoyzone.com/2009/blog/25-of-your-favorite-video-games-recreated-as-dioramas/

So, das wars erstmal. Wer noch irgendwas interessantes kennt, kann das im Comment commenten und ich fügs dann in die Liste hinzu. Nennt sich interaktiv.

Eine kitschige Weihnachtskarte gibts später in dieser Woche.

Montag, 9. November 2009

Feeling down and under

Gerade ist eine E-Mail einer Kundin ins Postfach geschneit: "Bei allfälligen Fragen können Sie mich noch bis Freitag kontaktieren, ab nächster Woche bin ich dann bis Ende Februar in Australien und Neuseeland am die Welt entdecken."

Herzlichen Dank auch, mein schöner regnerischer Montag ist nun komplett im Arsch.

Überhaupt, was da in letzter Zeit alles nach Down Under trudelt, geht auf keine Känguruhaut mehr. Allein in meiner Facebookfreundesliste jagen gerade zehn Nasen, vornehmlich weiblichen Geschlechts, Koalabären auf dem Ayersrock oder Hobbits im Kiwiwald. Da sich der fünfte Kontinent und sein südöstlicher Mittelerde-look-alike-Nachbar kaum in einer Woche durchackern lassen, geht der Trip dann auch gleich mehrere Monate. MEHRERE MONATE! Meine letzten grösseren Ferien dauerten skandalöse zwei Wochen, und das ist nun seit geschlagenen 8 Jahren so.

Natürlich macht sich das wunderbar im Lebenslauf: "Ah, sie waren in Australien, haben ein wenig die Welt entdeckt und dabei auch noch Englisch gelernt! Wunderbar, sie können ihre Didgeridookenntnisse gleich bei uns in als Head of Brainwash Infrastructure and Science anwenden." Da ich Englisch blöderweise schon in der Schule gelernt habe und aufs Outback auch irgendwie keinen Bock habe, würde es bei einer sechsmonatigen Arbeitspause in meinem Curriculum etwa heissen: "Aha, sie halten einen weltweiten Streckenrekord in "Wipeout", haben 50 Millionen Punkte in "Geometry Wars" und alle 200 Tauben in "Grand Theft Auto 4" abgeknallt gefunden. Gratuliere, Sie sind unser neuer Head of Trash-Entsorging". Obwohl ich in besagten Spielen mehr über das Berufsleben gelernt habe als in nem halben Jahr im Eukalyptusdschungel.

Ich hab der Kundin dann trotzdem schöne Ferien gewünscht. Bin ja zwar neidisch, aber kein Spielverderber.

Donnerstag, 5. November 2009

Das Neuste vom Tage

Beim rumscrollen auf der Website der Basler Zeitung stiess ich auf folgende Meldung

Zum dreisten Entreiss-Diebstal kam es am 29. Oktober kurz nach 14 Uhr am Oberen Rebbergweg. Die Rentnerin hatte die 15'000 Franken zuvor gemeinsam mit ihrem 90-jährigen Gatten in einer Bank in Rheinfelden bezogen. Es sei davon auszugehen, dass das Ehepaar bereits dort von der Täterschaft beobachtet worden war, wie die Polizei Basel-Landschaft mitteilte.
(Quelle: bazonline.ch)


Bisher habe ich ja immer nur den Kopf geschüttelt, wenn wieder irgendein Marketingfuzzi behauptet hat, die Seniorenschaft wäre die kaufkräftige Bevölkerungsschicht der Zukunft und würde werbetechnisch viel zu wenig berücksichtigt, aber anscheinend ist da was wahres dran. Schliesslich sind 15'000 Franken kein Pappenstiel, mit Ausnahme vielleicht für Herrn Carl Hirschmann, der bezahlt den Betrag vermutlich täglich für seine Suite im Dolder Grand Hotel Zelle in der Untersuchungshaft. Wenn sich unsere Rentner aber die ganze Zeit beklauen und betrügen lässt, seh ich schwarz für die neue Lieblinggruppe der Werbeschaft. Dann müssen wir jungen Erwachsenen mal wieder als Retter der Wirtschaft grade stehen.

So oder so: mir tut der arme Enkel* der Dame leid, der jetzt wohl immer noch auf sein Geld wartet.

*oder welche Identität die Trickbetrüger heutzutage halt so annehmen.

Geh nicht ins Licht!

Wenn man bei meinem Schlafzimmer zum Südfenster hinausblickt, sieht man ein Stück meines geranienbewehrten Balkons, den lieblichen Garten des Nachbarn unter mir sowie die verträumt-hügelig-waldigen Rundungen des Blauenbergs. Geht man dagegen einige wenige Schritte weiter hin zum Ostfenster, erblickt man einen Vorhof, der wie ein Hinterhof aussieht, inklusive altem Volkswagen-Hippiebus und Bauschuttmulde, sowie der Eingang eines heruntergekommenen Mehrfamilienhauses. Wieviele Familien genau darin wohnen weiss ich nicht, man sieht es dem Haus schlicht und einfach nicht an. Moderne Mehrfamilienhäuser erinnern ja teilweise an Hühnerbatterien in ihrer klar strukturierten Aufteilung von Wohnfläche, jedoch nicht das Haus meiner Nachbarn östlicherseits. Grössere Fenster wechseln sich fröhlich ab mit kleineren, etwas versetzten Luken, jegliche Art von Ordnung und Symmetrie verspottend. Man sieht auch nicht, wo das Haus aufhört, denn an der Ecke geht es nahtlos über in ein scheuneartiges, längliches Gebäude. Da im formlosen Fenster ganz rechts manchmal ein Monitor aufleuchtet, dürfte aber im Innern nichts scheuneartiges vorhanden sein.

Soweit, so gut.

Irgendwann in den letzten Monaten, es muss wohl im Sommer gewesen sein, haben sich die Nachbarn des multidimensionalfamiliären Hauses dazu entschieden, eine Lampe mit Bewegungssensor über der Eingangstür zu installieren. Macht ja heutzutage jeder. Jedoch genügte meinen Nachbarn nicht ein bescheidenes Lämpchen, nein, es musste schon ein Flutlicht sein. Wohl damit der Hippiebus auch immer den Zugang zur Strasse findet und nicht mit der verstreuten Unordnung kollidiert. Wenn sich nun also etwas bewegt auf dem Vorplatz meiner Nachbarn, und sei es nur das Häärchen einer Staubmilbe, dann geht das Licht an. Zack. Resultat: In meinem Schlafzimmer wird es taghell.

Seither haben sich Raum und Zeit bei mir zu einer trüben Brühe vermischt, mehrmals bin ich früh morgens aufgestanden, hab mich in meine Klamotten gestürzt nur um schliesslich festzustellen, das es vor meiner Eingangstür noch nicht so hell ist wie vor meinem Schlafzimmerfenster. Die Mistlampe ist überempfindlich, seit drei Tagen brennt sie sogar die ganze Nacht und treibt mich in den Wahnsinn. Weshalb ich kürzlich auch eine Stunde lang irre vor mich hingekichert habe, als mir ein Flyer für Lichttherapie in die Hände fiel.

Ich könnte natürlich nachts meine Vorhänge und Fensterläden verschliessen und mir eine Schlafbrille zulegen. Aber das fühlt sich irgendwie so an wie Kapitulation.

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Die Dramaturgie von Videospielen

Der Eingang der Vulkanhöhle im Nordosten der Insel Feranga war nicht zu übersehen. Das Licht der Abendsonne reichte nur wenige Meter weit, so dass mein Begleiter und ich innehalten mussten, bis sich unsere Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten. Das Rauschen des nahegelegenen Wasserfalls wurde plötzlich von einem lauten, eindeutig nicht menschlichen Brüllen übertönt, was uns beide instinktiv dazu veranlasste, unsere Waffen zu ziehen. Vorsichtig wagten wir uns ins Innere der Höhle, in der wir den Druiden Elric vermuteten. Elric war schon seit Tagen nicht mehr bei seiner Hütte gesehen worden, und natürlich brauchte ich ausgerechnet jetzt seinen Rat. Meinen Gefährten Cyrus hatte ich unterwegs getroffen, er suchte ebenfalls nach dem Druiden, seine genauen Beweggründe waren mir allerdings unbekannt. Ich war schon froh, nicht glänzlich alleine in die gähnende Düsternis hinabsteigen zu müssen.

Cyrus schrie überrascht auf. Vor uns schälte sich ein Ungetüm aus der Dunkelheit, etwas echsenartiges, schuppiges, und stürzte sich, das riesige zähnebewehrte Maul weit aufgerissen, auf mich. Ich holte reflexartig mit meinem Bastardschwert zu einem, wie ich hoffte, vernichtenden Schlag aus, doch das Echsenwesen wich geschickt zur Seite und schnappte im nachfolgenden Angriff blitzschnell nach meiner Schulter. Ich schrie vor Überraschung und Schmerz auf, als sich seine Zähne tief in meinen Arm gruben. In den blitzenden Augen des Monstrums flackerte die pure Mordlust. Verzweifelt versuchte ich, mich loszureissen, da durchborte Cyrus' Klinge den Kopf der Riesenechse. Sie war auf der Stelle tot.

Ich war mit dem Leben davongekommen, war jedoch schwer verwundet. Mein Vorrat an Heiltränken war verbraucht, weshalb ich mich mit dem Fleisch eines gebratenen Seegeiers, einem Apfel und Kräutern wieder zu Kräften brachte. Doch ohne Tränke konnten wir die Höhle nicht weiter erforschen, in einiger Entfernung sichteten wir schon die nächsten Echsenmonster. Ich fasste einen Entschluss. Wortlos steckte ich mein Schwert zurück in die Scheide und blickte meinen Gefährten Cyrus an. "Warte hier." befahl ich ihm, "Ich gehe schnell in den Laden um die Ecke ein paar Heiltränke einkaufen."


So oder zumindest ähnlich hat es sich gestern zugetragen bei meiner Spielsession des PC-Rollenspiels "Gothic4" "Risen" des deutschen Entwicklers Piranha Bytes. Ich weiss ja nicht, ob ich damit allein bin, aber ich finde solche Situationen hinsichtlich der Dramaturgie irgendwie uncool. Ich bin gesundheitlich schwer angeschlagen? Zwei-drei Heiltränke geschlürft, schon bin ich wieder fit. Keine Heiltränke mehr da? Einfach lastwagenweise im nächsten Shop einkaufen, der dortige Quacksalber hat innert weniger Minuten wieder ein ganzes Warenlager voll.

Überhaupt kommt man sich in "Risen" stellenweise vor wie ein menschgewordener Staubsauger. Das Inventar des Helden ist unbegrenzt, was dazu führt, dass man jeden Ramsch einfach mal mitnimmt, er könnte sich ja später als nützlich erweisen. So pflügt man durch die Insel, packt jedes Gewächs ein und metzelt sich durch die Fauna. Zu Beginn eines neuen Kapitels wird eh alles wieder auf magische Weise neu bevölkert und die Staubsaugerei geht wieder von vorne los. Drum fühlt es sich auch ein wenig paradox an: die ganze Insel fürchtet sich vor dem wiederauferstandenen Echsenvolk, während ich in Tat und Wahrheit mit meiner Plünderei die viel grössere Bedrohung fürs Bruttosozialprodukt der Bevölkerung darstelle. Egal.

Nicht falsch verstehen: ich mag "Risen". Die Landschaft ist eine Augenweide und man merkt an jeder Ecke, das hier alles liebevoll von Hand gebaut wurde und nicht durch einen Zufallsgenerator hingepixelt. Aber die *hust* "Story" wirkt oft wie oben draufgepappt. Man redet von Konflikt, von der ganz grossen Bedrohung, aber in der Welt sieht, spürt man nichts davon. Es reicht eben nicht, über einem vormals erloschenen Vulkan ein Kapitel später ein paar Rauchwölkchen und Lavafontänen emporsteigen zu lassen, um dem Spieler so etwas wie Spannung oder Dramaturgie zu vermitteln. "Risen" macht Spass, keine Frage. Ich könnte beim Spielen aber jederzeit problemlos eine Pause einlegen.

Aber vielleicht erlebe ich zur Zeit auch einfach sowas wie einen kleinen Popkulturschock. Kürzlich bewies der kalifornische Entwickler Naughty Dog mit "Uncharted 2 - Among Thieves" (Playstation 3) eindrücklich, wie mittreissend, wie witzig, wie motivierend Videospiele sein können. Dabei ist das Spielprinzip alles andere als innovativ: auf der Jagd nach dem legendären Cintamani-Stein wird geklettert, erforscht und ordentlich geballert, eine Mischung aus "Tomb Raider" und "Gears of War" also. Der Entwickler vermischt die bewährten Zutaten aber auf so gekonnte Art und Weise, dass es einem egal ist, ob man sowas schon zigmal gespielt hat. Zudem setzt man dem Spieler mit dem Helden Nathan Drake und der Reporterin Elena Fisher zwei Charaktere vor, die zwar auf den ersten Blick beliebig wirken (der liebenswerte Schurke und die "Damsel in Distress"), durch zahlreiche gut geschriebene Dialoge und gegenseitiger Frotzeleien dem Spieler aber ans Herz wachsen. Man fiebert mit wie zu Indys besten Zeiten, zudem, wenn wir schon davon sprechen, ist die Story um Längen besser als letztes Jahr bei "Indiana Jones und der atombombensichere Kühlschrank".

Klar vergleiche ich hier Äpfel mit Birnen: "Risen" bietet mit seiner offenen Spielwelt grösstmögliche Freiheit, während man bei "Uncharted 2" einem festen Levelweg folgt. Trotzdem könnten sich viele Rollenspiele in Sachen Inszenierung mal einen Blick über ihren Genre-Tellerrand gönnen. Ich habe in der heutigen Zeit keine Lust mehr, jeden Standardork mit denselben Schwertfuchtelein oder denselben magischen Spruchrollen ins Nirvana zu pusten. Warum nicht mal die Umgebung besser in den Kampf einbeziehen, warum nicht einfach mal die Seile einer wackeligen Holzbrücke kappen, auf der der Gegner steht? Weshalb entscheiden grösstenteils meine Charakterwerte über den Ausgang eines Kampfes und nicht mein spielerisches Geschick? Vielleicht müsste ich dann auch nicht immer kistenweise Heiltränke mit mir herumschleppen. Vielleicht.

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Weiterbil-Dung

Eigentlich lobenswert: noch immer dümpeln wir in den Niederungen resp. Untiefen der Wirtschaftskrise, die Arbeitslosigkeit erreicht speziell bei Schul- und Uniabgängern unangenehme Prozentzahlen, da fasst sich die Basler Zeitung ans Herz und bringt monatlich Beilagen zur Berufs- und Weiterbildung. Nur darauf, dass nicht zwingend jeder und jede immer gleich Spengler, Maler oder Heizungsmonteur werden will, sind sie bei der BaZ wohl noch nicht gekommen. Anscheinend sind die dortigen Journalisten auch mit einer Bewerbung zum Sanitär angestellt worden, das würde erklären, dass man beim Lesen der Zeitung in etwa so viel Spass hat wie bei einem Rohrbruch.

An der alljährlichen Baselbieter Berufsschau zeigt sich derweil dasselbe Bild. KMU-Papst Hans-Rudolf Gysin betont gerne regelmässig die Vielfalt der ausgestellten Berufszweige und Firmen, man könnte die Berufsmesse aber auch gleich zur "Handwerkerschau" umbenennen, das Angebot wäre dasselbe und etwaigen Missverständnissen hätte man so vorgebeugt. Da es aber sowiso nur darum geht, das sich mehr oder weniger prominente Mitglieder der Wirtschaftskammer beim Cüpli treffen und sich gegenseitig auf die Schulter klopfen können im Sinne von "wir tun was", dann ist zumindest beim Apéro die Welt in Ordnung.

Ich stelle mir aber unter einer "Berufsschau" etwas anderes vor.

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Mein Freund, der Baum, ist tot.

Neuer Trend bei Geschäfts-E-Mails grosser internationaler Pharmamultis: die Umweltschutzzeile. In kleingedruckten Versalbuchstaben werde ich in freundlichem Business-English aufgefordert respektive abgehalten "SAVE A TREE - PLEASE DO NOT PRINT THIS MAIL UNLESS YOU REALLY NEED TO", oft begleitet von einem lustigen Cartoonbäumchen.

Ich habe immer gedacht, Bäume bestehen aus mehr als nur einer gedruckten E-Mail, allein von der Datenmenge her, das nur so am Rande. Jedenfalls tue ich leider ziemlich oft really need to print, und das tut mir auch saumässig sorry. Die Aufforderung zum Druckverzicht wäre ja im Grunde genommen ganz vernünftig, dummerweise sind es aber genau die Pappnasen mit der Umweltschutzzeile, die bei längerem ausgiebig-leidenschaftlichem Mailverkehr immer nur auf den "Reply"-Button klicken und mit jeder ihrer Antwort gleich noch die 45 vorhergehenden E-Mails mitschicken. Sprich wenn Frau Bähler, für die ich trotz russischem, männlichen Bernerbärengraben-Namensvetter oft gehalten werde, nur unschuldig eine E-Mail ausdrucken will, hat sie/er als Resultat ein halbes Buch in der Hand.
So wie jetzt.

Lieber Leser, drucken Sie diese Kolumne bitte nicht aus, ausser Sie verspüren das dringende Bedürfnis dazu. Danke.

Montag, 21. September 2009

Oldies, Mumien und Luftballons - Ein Erfahrungsbericht

19. September 2009, 20:05 Uhr
Samstagabend. Keine Männerrunde, keine Party und kein Kinobesuch. Nein, heute ist tanzen angesagt, "Oldies but Goldies" in der Elisabethenkirche Basel, 40. Jubiläumsausgabe. Schweren Herzens lasse ich meine Schlaghosen im Schrank und entscheide mich für die klassische Hemd-und-Jeans-Kombo. Shake it, baby!

20:34 Uhr:
Die Warteschlange ist noch recht übersichtlich, ich bezahle 25 Franken hart verdientes Geld Eintritt plus nochmals zwei Stutz für die Garderobe. Dann ist sie wenigstens gut gesichert, denke ich mir. Bei der Jugend von heute kann man ja nie wissen.

20:40 Uhr:
Eigentlich dachte ich, "Oldies but Goldies" würde sich auf die Musikauswahl beziehen, selten an einem Abend so viele Brüste auf Halbmast gesehen. Sämtlichen Gesetzen der Rheumatik trotzend zuckelt eine geschätzte End-Siebzigerin an mir vorbei mit einem offensichtlich von ägyptische Hieroglyphen inspirierten Tanz. Schaudernd wende ich mich ab. Wenigstens brauche ich mir um meine Brieftasche keine Sorgen mehr zu machen.

21:15 Uhr
Nach einigen ungelenken Tanzversuchen stelle ich mich an die Bar und will mir einen zünftigen Cocktail genehmigen. Vielleicht klappts dann besser mit dem Rhytmus. Bevor ich mir meinen eigenen Tanzstil schöntrinken kann, hab ich auch schon die Ernüchterung: Wasser, Cola, Rivella, Weisswein und Bier. Oldies but Goldies bezieht sich offensichtlich auch auf die Getränkeauswahl. Da ich weder Lust auf Bier noch auf potentiell gepanschten Weisswein habe, bestelle ich mir eine Cola. Einige Sekunden später stehe ich Bogartmässig in einer neogotischen Ecke und nippe an meinem Plastikbecher. Der Rohstoffpreis für selbige ist anscheind wieder steigend, anders kann ich mir den Preis von 5 Franken nicht erklären. Zudem frage ich mich, wohin sich die Kohlensäure meiner Nicht-Brause hinverdrückt hat, da will ich nämlich mittlerweile auch hin.

21:30 Uhr
Todesmutig mische ich mich wieder unters Tanzvolk. Es werden immer mehr und der Altersdurchschnitt auch immer jünger, trotzdem stösst mich nach einiger Zeit die ägyptische Mumie von vorhin zielsicher von hinten an. Instinktiv will ich auf dem digitalen Steuerkreuz meinen Bathook auswählen, mich blitzschnell auf die Brüstung hochziehen und alle Gäste nacheinander mit meinem Batarang ausknocken, bis ich schliesslich enttäuscht feststelle: ich bin nicht Batman. Und ich habe in letzter Zeit eindeutig zu viel "Arkham Asylum" gespielt.

21:50 Uhr
Ich gebe frustriert den Tanz-Kampf auf, die anderen haben einfach die spitzeren Ellbögen als ich. Resigniert greife ich zu meiner halb-leer getrunkenen Cola und stell sie in einer beeindruckend-fliessenden Bewegung wieder zurück. Mein wertvoller Plastikbecher war ganze 30 Minuten lang unbeaufsichtigt und ich will nicht wissen, wie viele der anwesenden Rentnerschaft K.O.-Tropfen mit sich herumschleppt. Bei den Senioren von heute kann man ja nie wissen.

22:17 Uhr
Irgendwie haben hier alle ihren Spass ausser mir. Ich bin ein klein wenig neidisch. Ich beschliesse, mich an den einzig freien Platz unter einer Soundbox zu setzen und mir einen gehörigen Tinitus zuzuziehen, während ich allen anderen beim extatischen Zucken und Winden zusehe. Gleich rechts von mir gebärdet sich eine Mitt-Vierzigerin wie die besessene Göre im Exorzisten.

23:08 Uhr
Der Sound ist mittlerweile rockiger geworden, gut so. Das bringt allerdings einige der Jubiläums-Ballons an der Decke zum Platzen, so das ab und zu einige vor Schreck zusätzlich lustig zusammenzucken. Gemäss Plan sollten die "5000 Ballons" wohl um Mitternacht auf die tanzende Meute runtersegeln. Selbst die wenigen 100, die hier tatsächlich damoklesschwertmässig an der Decke hängen, werden es schwer haben, noch eine Lücke in der Tanzfläche zu finden.

23:32 Uhr
Ich schenke mir das Ballonspektakel und setze mich zusammen mit meiner Begleitung und einer Gruppe versiffter besoffener Teenies ins 10er Tram. Ich sinniere in Gedanken darüber, was es bräuchte, um mich fürs Tanzen zu begeistern: Dramaturgie, Spannung, Spiel, Schokolade. Und eine Highscoreliste, verdammtnochmal.

Mittwoch, 16. September 2009

We are the world...

Ab dieser Woche kann man ja glücklicherweise um 18 Uhr die Tagesschau einschalten, ohne den Moderationsversuchen einer aufgetakelten Elfjährigen zuzusehen. Ein reiner glücklicher Zufall, dass dieses Naturtalent nur zwei Ortschaften entfernt vom Studio Leutschenbach zu finden war. So mussten die Reporter des Ringier-Verlages für Ihre obligatorische Home-Story auch nicht gross in der Pampa herumtuckern. Schön, wenn sich die Talente schon alle im Agglobereich Zürich tummeln tun.

Aussagen wie "sie ist so natürlich!" und "ein wahrer abgebrühter Profi!" konnte ich bei meinem "Test-viewing" letzten Dienstag jedenfalls nicht bestätigen. Oder vielleicht wäre die Kindertagesschau-moderatorin Ana natürlich gewesen, wenn man sie nicht vorher durch die Leutschenbachsche Gehirnwaschmaschine gezogen hätte, wo man lernt, wie man zu moderieren hat. So wirkte das Resultat auf mich eher naseweisig-streberhaft-arrogant, kurz, ich hätte der Göre am liebsten eine geklebt mit der Begründung, sie dürfe um diese Zeit gar nicht mehr auf sein.

Genutzt hat die "Kinder sind süss, sagen immer die Wahrheit und sind die besseren Menschen"-Woche natürlich vor allem unseren Politikern, die medienwirksam und freundlich-väterlich in Schulbesuchen harm-und libyenlose, Fragen wie "ist Bundesrat ein schwerer Beruf?" beantworten durften. Das die Kinder dabei lediglich schmuckes knuddeliges Beigemüse waren: geschenkt.

Hätte man am Welttag des Kindes wirklich die Kinder gefragt, was sie gerne machen würden, hätten sie sich wohl schlicht und einfach einen schulfreien Tag gewünscht.

Der lässt sich aber halt schlecht medial aufbereiten.

Donnerstag, 3. September 2009

We live in a weird, weird world...

Bin ich eigentlich der einzige, der es etwas merkwürdig findet, dass die deutsche Kanzlerin Angela Merkel dem israelischen Präsidenten Benjamin Netanjahu bei seinem Staatsbesuch letzte Woche "als Zeichen der Völkerverständigung" die Originalbaupläne des Konzentrationslagers Ausschwitz-Birkenau überreicht hat?

Als nächstes geht wohl Barack Obama nach Japan und überreicht dort die Dokumente vom "Manhattan Project".

Mich würde momentan gar nichts mehr wundern....

Freitag, 21. August 2009

Welt Weites Warten

Kürzlich hab ich mal wieder auf etwas gewartet. Dabei kann man entweder ruhig rumsitzen und durch die Gegend starren, in der Nase rumpopeln oder irgendein elektronisches Ablenkungsgerät zur Hand nehmen und feststellen, dass der Akku leer ist (ja, ich meine DICH, Playstation Portable). Ich griff aber oldschoolmässig zu einem Stapel "Schweizer Familie"-Hefte. Falls es jemand noch nicht wissen sollte: die "SF" ist eines der dienstältesten Schweizer Magazine und quasi die biedere Variante der "Schweizer Illustrierten". In anderen Worten: wo die "SI" boulevardesk, reisserisch und oft auch hemmungslos dämlich ist, ist die "SF"...äh..traditionell.

Für Freunde der unfreiwilligen Komik ist wohl die Rubrik "Denkpause" gedacht, worin ein externer Experte allerhand gescheites Zeug schreibt, diesmal zum Thema - Überraschung - "Jugendgewalt". Komischerweise entdecke ich nirgends die in diesem Zusammenhang gerne herbeigezogenen Schlagwörter wie "Internet" und "Neue Medien", aber das hat wohl damit zu tun, das diese für die "SF" praktisch inexistent sind. Es folgen rührende Stricktipps, Vorher-Nachher Modefotos, eine Analyse des bösen Gentechmais, ein Test aktueller Brettspiele sowie eine Fotoreportage über schöne Wanderwege in der Schweiz. Beachtlich: die SF-Fotografen schaffen es sogar, totfotografierte Sujets wie den Lauenensee so exotisch aussehen zu lassen, als wäre es eine schottische Hochlandpfütze mit Seemonster.

Dann endlich: ein Bericht über unsere tapferen Schweizer Soldaten! Ich will schon anfangen mit heimeligen "ach so war das früher"-Gedanken, da fällts mir wie Schwarzpulver von den Augen: die SF-Ausgabe ist ja aus diesem Jahr. Und die Fotos der Réduitfuzzis sind farbig. Ach ja, das "Living History"-Projekt von "Schweiz Aktuell". Da wollte ich ja auch noch drüber herziehen, schliesslich wurde der Sendung ja schon im Vorfeld die Kriegsverherrlichung vorgeworfen. Das Resultat war dann eher die Verherrlichung des Trivial-Langweilligen, bestenfalls geniessbar als Uniformenporno. Man kann halt ohne Gegner keinen Kriegszustand simulieren. Spätestens nach einer Woche habe ich mir eine zünftige Ballerei gewünscht. Wenn man wenigstens ein paar deutsche Kollegen in einem anderen Bunker untergebracht hätte mit der langfristigen Aufgabe, die Schweizerflagge im Réduitbunker zu klauen, hätte das ganze noch einen gewissen trashigen Charme gehabt. So erschöpften sich die Schauwerte beim nervigen Dauergrinsen der schwangeren Landfrau Gaberthuel, der verschiedenen Zubereitungsarten von Kartoffeln, juckenden Socken und tränenreichem Wiedersehen am Ende. "Nu weiss ych wiä sich d'froue damals gfühlt hen, wo sie uf ihri manne hen müäse wartä", sagte da die Frau eines Rekruten unter Tränen am Ende in die Kamera. Stimmt, der Zweite Weltkrieg dauerte auch ja nur drei Wochen, die Teilnahme war absolut freiwillig und jeden Abend konnte man sich alles zusammengefasst im Fernsehen anschauen.

Mittlerweile hatte der Downloadbalken 100% erreicht und ich entschloss mich, genug gewartet zu haben. Mit zunehmender Geschwindigkeit des Internets werden sich die Begegnungen zwischen der "Schweizer Familie" und mir wohl zukünftlich auf ein Minimum beschränken. Gottseidank.

Freitag, 7. August 2009

Prisontreatmentificationjawasdennjetzt?

Sehr geehrter Programmchef bei SF2

Gleich vorweg: ich habe so etwas wie eine Hassliebe zu euch entwickelt. Liebe, weil es ausser euch kein anderer Sender fertig bringt, Filme und Serien mit optionaler Originaltonspur auszustrahlen. Hass, weil ihr es im Gegensatz zu anderen Sendern nicht fertig bringt, für diese Serien einen einheitlich-regulären Sendeplatz zu finden.

Beispiel "Prison Break, 4", Season 4. Erst noch recht vernünftig platziert jeweils Donnerstags um 22:45 Uhr. Kann man sich auch als berufstätiger Mensch noch geben, ohne am nächsten Tag die Tastatur als Kopfkissen benützen zu müssen. Zwar verschiebte sich auch da dank Sport Aktuell die Sendezeit jeweils nach hinten, weil man ja auch den hinterletzten eingeknickten Kunstrasengrashalm nach einer Fussball Live-Uebertragung in Grund und Boden analysieren muss.

Nach einigen Wochen hatte ich mich auch schön an die, wenn auch immer leicht varierende, Sendezeit von Scofield und Co. gewöhnt. Doch dann klatscht ihr mir plötzlich unvermittelt "In Treatment" vor den Latz. Sicherlich keine schlechte Serie, aber ich will ja Gefängnisausbruch gucken und brauche momentan noch keine Therapie. Kulinarisch formuliert: wenn ich Fleisch essen will, gebe ich mich auch nicht mit Tofu zufrieden.

Aber da ich noch relativ jung bin und beim Blinzeln beide Augen zudrücken kann, sah ich auch über die erneute Sendezeitverschiebung auf 23:15 Uhr hinweg. So gingen wieder einige Wochen ins Land...
...bis mir gestern erneut mit "Californiacation" eine Serie vorgesetzt wurde, die ebenfalls sicher nicht schlecht ist, aber sie wissen schon, Tofu und so.

So muss ich mich jetzt für die letzten sechs Folgen der 4. Staffel Prison Break erst jeweils durch einen versifften, dauergeilen "ich war mal Fox Mulder" David Duchovny sowie zig nackte stöhnende Weiber kämpfen, um schliesslich um 23:45 meine Lieblingsserie gucken zu können. Wohl gemerkt, ich habe nichts dagegen, mich durch zig nackte stöhnende Weiber zu kämpfen, aber alles zu seiner Zeit.

Eben. Zeit. Himmelherrgottnochmal. Warum klappt das bei euch einfach nicht mit fixen Sendezeiten? Beat Schlatter warnt mich ja auch jeweils pünktlich davor, bei Halskratzen ins Büro zu gehen. Und Frau Bähler (an dieser Stelle ein lieber Gruss an sie, wir sind nicht verwandt. Jedenfalls noch nicht.) erzählt auch immer zur selben Tageszeit von ihren Hochs und Tiefs. Warum, lieber verantwortlicher Programmchef, klappt das nicht auch bei Spätabendserien?

Freundliche Grüsse
Mischa Bähler